Freitag, 23. Juli 2010

Bezauberndes Indien - Auf den Spuren der Maharadschas



Die schönste Liebeserklärung der Welt hat nicht nur Prominente in ihren Bann gezogen. Bis zu sieben Millionen Menschen kommen jährlich zum Taj Mahal nach Agra, einer Stadt im Norden Indiens. Je nach Sonnenstand wirkt das bekannteste Bauwerk des Landes anders. Die beste Zeit ist frühmorgens zum Sonnenaufgang. Dann verleiht das Licht dem marmorweißen Grabmal einen goldenen Glanz.

Der Bau des Mausoleums mit seinen blumenförmigen Einlegearbeiten aus Halbedelsteinen wie Jade, Jaspis, Karneol und Lapislazuli dauerte 22 Jahre. Der muslimische Herrscher Shah Jahans ließ es zwischen 1632 und 1650 an der Stelle errichten, wo er seine Lieblingsfrau - Mumtaz-i-Mahal – zum ersten Mal gesehen hatte. Sie war 1630 bei der Geburt des 14. Kindes gestorben.

Das Taj Mahal besteht nicht nur aus dem Grabmal. Um den 56 Meter hohen wie breiten Grabbau sind vier Minarette platziert, die leicht nach außen neigen. Rechts und links der weißen Terrasse stehen zwei Gebäude aus gebrannten Ziegelsteinen. Das eine davon war eine Moschee, die den einzigartigen Ort heilig machen sollte, wie Fremdenführer Adi Rastogi in sehr gutem Deutsch berichtet. Der Garten vor dem Mausoleum bekam seine heutige Form von den Briten Anfang des 19. Jahrhunderts.

Vorher war das Gelände mit Mango-, Bananen- und Granatäpfelbäumen bepflanzt, denn das Taj Mahal sollte nicht nur ein Symbol der Liebe, sondern gleichzeitig das Paradies sein. Wer sich an dem Denkmal nicht satt sehen kann, sollte während seines Aufenthalts in Agra im Luxushotel Amarvilas wohnen. Dort hat man von jedem Schlafzimmer aus einen freien Blick auf das Grabmal.

Das Taj Mahal befindet sich im so genannten Goldenen Dreieck, einer beliebten Reiseroute für frisch Vermählte. Diese führt auch nach Jaipur, einer 1,8 Millionen-Einwohner-Stadt inmitten Rajasthans. Bis zur Unabhängigkeit Indiens 1947 lebten im „Land der Könige“ bis zu 23 Fürstentümer. Zurückgeblieben sind unzählige Paläste und Gärten.

Diese sollte man unbedingt mit einem sachkundigen Fremdenführer besichtigen. Ihre Geschichten vom prunkvollen Leben am Hofe lassen die oft leeren Gebäude in ihrem alten Glanz erscheinen. Heute spielen die Maharadschas keine politische Rolle mehr. Viele von ihnen sind jedoch gesellschaftlich und wirtschaftlich sehr aktiv.

Jaipur, die Stadt mit den rosarot gestrichenen Häusern, wurde vom Maharadscha Jai Sing II 1727 gegründet. Er wollte eine der großartigsten Städte seiner Zeit bauen. Beim Anblick der Altstadt mit dem großzügigen Stadtpalast, dem legendären „Palast der Winde“ und dem einzigartigen Observatorium dürfte ihm dies bestens gelungen sein.

Ein weiterer touristischer Höhepunkt in Rajasthan ist der Nationalpark Ranthambhor, der von Jaipur aus am besten mit dem Zug (drei Stunden Fahrzeit) zu erreichen ist. Der Park zählt seit etwas mehr als 30 Jahren zum „Projekt Tiger“, das die vom Aussterben bedrohten bengalischen Tiger schützen soll. Zuvor diente er als Jagdrevier für den Maharadscha von Jaipur.

Auf einer Jeepsafari hat man vielleicht das Glück, einen der 33 dort lebenden Tiger zu sehen. Aber auch das Beobachten der vielen anderen Tierarten wie Antilopen, Bären, Krokodile, Adler, Geier und – je nach Jahreszeit – Pelikane sind schon ein Erlebnis. Das fast 1000 Jahre alte Ranthambhor Fort, das auf einem Hügel gelegen ist, gibt dem Nationalpark eine einzigartige Note.

Außergewöhnlich ist auch die Stadt Udaipur, eine idyllische, mittelalterliche 500 000-Einwohner-Stadt mit dem künstlich angelegten Pichola-See, den Lustschlössern und dem alten hinduistischen Tempel Jagdish. Das Herrscherhaus von Mewar war das bedeutendste Fürstenhaus Rajasthans und gilt heute immer noch als sehr konservativ.

Wie in Jaipur lebt der Nachfahre in einem Flügel des immensen Stadtpalastes. Für Asiaten ist Udaipur das Venedig Indiens, denn die einzigartige Kulisse mit dem See, dem Stadtpalast und dem Aravalli-Gebirge im Hintergrund macht den Ort zu einem der romantischsten Plätzen dieser Welt.

Indien hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Industriegüter, Pharmaprodukte und immer stärker die Software- und Telekommunikationsbranche bescheren dem Land alljährlich ein deutliches Wirtschaftswachstum. Doch die meisten seiner 1,1 Milliarden Einwohner bleiben bei diesem Aufschwung außen vor. Zu groß ist der Unterschied zwischen arm und reich. Armut herrscht vor allem in den Dörfern, deren Bewohner von der Landwirtschaft leben müssen.

Inder sehen die extremen Gegensätze ihres Landes relativ gelassen. „Ein altes indischen Sprichwort sagt: Derjenige ist reich, der nachts gut schlafen kann“, erklärt Mohit Nirula, ein erfolgreicher Hotelmanager, und fügt hinzu: „Viele Menschen in den Dörfern können besser schlafen als ich“.



© Marlies Moser

Montag, 19. Juli 2010

Piazza Italiana – eine italienische Enklave nördlich von Berlin



Eine Piazza mitten auf dem Todesstreifen? An so etwas hatten die DDR-Grenzpolizisten sicherlich nicht gedacht, als sie seinerzeit im Norden Berlins patrouillierten. Aber in der Hauptstadt ist bekanntlich alles möglich: Seit über 14 Jahren gibt es nun schon das Restaurant „Piazza Italiana“, das seinen Gästen neben gutem Essen reichlich italienisches Lebensgefühl bietet.

Der Ort des Geschehens ist ein auffälliges, aber nicht aufdringliches Gebäude in Glienicke/Nordbahn, einer überschaubaren Gemeinde am nördlichen Stadtrand von Berlin-Reinickendorf. Das Haus, das Antonio Modesti 1995 und 96 direkt an der Oranienburger Chaussee bauen ließ, erinnert mit seinen sechs Türmen entfernt an den Zuckerbäckerstil.

Draußen gibt es großzügige Parkplätze und drinnen wird der Besucher zunächst von einer reichlich bestückten Weinhandlung sowie einem Feinkostladen überrascht. Bereits hier laden ein paar Tische zum Verweilen ein. Dreht man wie auf einer Piazza seine Runde, führt der Weg in einen weiteren Raum mit rustikalen Holztischen sowie in den größten Restaurantbereich. Hier steht der Steinofen, in dem die berühmten Pizzen gebacken werden.

Wie auf einer Piazza geht jeder Besucher seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen nach. Die einen wollen nur schnell einen Cappuccino trinken, andere brauchen italienische Wurst, Käse und Brot für Zuhause. Beim Stöbern entdecken sie zwischen Pasta und Marmelade einen Reiseführer über die Toskana, eine knallrote Küchenwaage oder eine schicke Kochschürze – nette Geschenke für Freunde.

Geschäftsführer Modesti stellt uns zunächst die gute Seele der Piazza vor, Signora Rosaria Fragnielli. Sie ist die Herrscherin über die Antipasti des Hauses. In der Vitrine steht ein breites Angebot an gegrilltem Gemüse: Chicorée, Zwiebeln, Auberginen und Zucchini. Auch marinierte Paprikaschoten, gefüllte Champignons, ein Salat mit Meeresfrüchten, kleine leckere Fleischbällchen sowie eine Frittata sind mit von der Partie. „Die Rezepte stammen von mir“, erklärt Rosaria. „Ich mache alles so, wie ich es zu Hause in Apulien gelernt habe.“

Da sie abwechselnd in ihrem Dorf Martina Franca und der Piazza Italiana lebt, hat sie ihre Kollegen bei der Zubereitung der Vorspeisen genauestens instruiert. So fällt die physische Abwesenheit von Signora Rosaria den Gästen zumindest beim Essen nicht auf. „Das Wichtigste ist, dass man das was man tut mit Liebe zum Produkt tut“, betont sie.

Wir wollen die viel gerühmte Pizza testen und bestellen eine Focaccia mit Gorgonzola und Tiroler Alpenspeck. Und wirklich: Die Pizza aus dem Steinofen schmeckt exzellent. Der Boden ist dünn, der Teig schön knusprig und der Belag ist nicht zu schwer, so dass man die Stücke leicht mit den Händen essen kann. „Jeder unserer beiden Pizzabäcker macht seinen eigenen Teig wenn er mit der Schicht beginnt“, erklärt uns Modesti. Dies sei das A und O einer guten Pizza.

Wir fragen Peppino nach dem Geheimnis seines Pizzateigs. „Die Zutaten sind bei jedem Pizzabäcker die gleichen: Mehl, Hefe, Salz, Wasser und ein wenig Olivenöl“, sagt er. „Der Rest kommt von mir, aus meinem Herzen“, betont der Römer mit der entsprechenden Mimik und Gestik, so dass wir uns am liebsten noch eine Pizza bestellen würden. Aber in der Küche wird gerade ein anderes Gericht für uns zubereitet.

Wie das Angebot auf einem Marktplatz lebt auch die Piazza Italiana von der jeweiligen Jahreszeit und so gibt es saisongerecht frische weiße Trüffel aus Alba. Wir bekommen sie ganz stilecht mit Tagliolini Piemontesi serviert, schmalen und dünnen Eierbandnudeln aus Hartweizengries.

„Trüffel gibt es bei uns nur in der Saison und nur direkt aus dem Trüffelparadies Alba“, erklärt Modesti. Und damit ist er auch schon bei der Beschreibung seiner Küche: „Bei uns werden aus hochwertigen Produkten einfache Gerichte gekocht.“ Zur Gewährleistung der guten Qualität zieht er beim Kauf der Produkte kleine Hersteller vor. Beim Fleisch liegt die Präferenz bei Bioprodukten von einer kleinen Genossenschaft aus dem Darß an der Ostsee, was jedoch leider nicht immer möglich sei. Schließlich sei das Angebot gemäß den Prinzipien der ökologischen Landwirtschaft begrenzt.

Dass Qualität für Modesti oberste Priorität hat, ist er seiner Herkunft schuldig. „Bei mir zu Hause wurde die Wurst immer selbst gemacht, das Fleisch stammte von unseren Tieren“, erklärt der Sohn eines Bauern aus den Abruzzen. So scheut er auch heute keinen Aufwand, um seinen Gästen immer wieder einen besonderen Leckerbissen zu organisieren. „Manchmal bekomme ich vom Metzger meines Vertrauens aus Greve bei Chianti Fleisch vom Chianina-Rind“, sagt er. „Dann gibt es bei uns die originale Bistecca Fiorentina. Mit einem Glas kräftigen Rotwein ist dies ein besonderer Genuss“, so Modesti weiter.

Solche Gerichte stehen in der Regel nicht auf der Speisekarte. „Unsere Stammgäste wissen das schon und fragen immer gleich, was wir ihnen empfehlen können“, sagt Kellner Massimo aus Neapel. Die Fischgerichte seien ebenfalls nur mündlich wie auf einer Piazza zu erfahren, da das frische Angebot täglich variiere. Wir probieren ein Fleischgericht – Osso Buco mit Risotto al Zafferano. Die Kalbshaxe ist sehr zart und der Risotto genau so, wie er sein muss: schön cremig, aber dennoch al dente.

Das reichhaltige Weinsortiment ist ebenfalls nur zu einem Bruchteil aus der Karte zu erfahren. „Wir haben rund 1500 verschiedene Weine“, betont der Hausherr und lädt uns zu einem kurzen Besuch des Weinkellers ein. Die Gewächse kommen hauptsächlich aus der Toskana und dem Piemont, aber auch eine kleine Auswahl an französischen Weinen ist zu sehen. Der teuerste Tropfen ist ein Brunello di Montalcino aus dem Jahr 1955 für stolze 3500 Euro. Darauf folgt ein Château Pétrus aus dem Jahr 2000, der 2500 Euro kostet. Wer nicht so viel Geld für einen Wein ausgeben möchte, findet schon ab 20,00 Euro etwas Gutes. „Natürlich sind die Weine auch im Glas zu bekommen“, sagt Modesti.

Für ihn ist die Piazza Italiana in erster Linie ein Familienrestaurant. „Sehr beliebt sind unsere Pizza-Backkurse für die Kleinen“, erzählt er. Auch wenn er nichts damit verdienen kann, ist ihm dies sehr wichtig. Schließlich seien die Kinder die Kunden von Morgen, „und man kann nie früh genug damit anfangen, sie für gute Produkte zu sensibilisieren“, erklärt der dreifache Familienvater. Aber auch für die Großen ist für Abwechslung gesorgt. So findet jeden Sommer ein kleines Fest statt, zu dem die Produzenten höchstpersönlich aus Italien anreisen und ihre Spezialitäten zur Verkostung anbieten.

Piazza Italiana
Oranienburger Chaussee 2
16548 Glienicke/Nordbahn
Tel.: 030/404 46 13
www.piazza-italiana.net
© Marlies Moser

Sonntag, 18. Juli 2010

Villa Marie in Dresden - eine schlichte und elegante Interpretation der italienischen Küche


Dresdens Verbindungen zu Italien waren schon immer etwas Besonderes. „Elbflorenz“ oder „deutsches Florenz“ – so abgedroschen die Bezeichnungen auch klingen, sie machen auf das Wesentliche aufmerksam: Das Italienische an der Stadt hatte schon immer etwas Eigenständiges - wie auch im Falle der „Villa Marie“, einer alten Villa im toskanischen Stil.

Es ist ein angenehm warmer Frühlingstag. Drinnen im zeitlos schlicht eingerichteten Restaurant tafelt vergnügt eine kleine Hochzeitsgesellschaft. Draußen im Garten erholen sich Gäste bei einem Teller Tagliatelle von ihrer Radtour entlang der Elbe. Andere genießen auf der Veranda bei Vitello tonnato den Blick auf das „Blaue Wunder“, eine stählern-filigrane Brücke aus dem Jahr 1893. Oder sie schauen ganz entspannt den Elbdampfern hinterher.

Wir wollen die Küche von Klaus-Karsten Heidsiek und seinem Team kennen lernen. Heidsiek hat zehn Jahre lang in Italien gekocht, davon acht Jahre an der Seite von Gualtiero Marchesi in Mailand.

Bereits beim ersten Gang, einem Salat von Polpo mit grünem Spargel und Kirschtomaten, ist seine Interpretation der italienischen Küche zu erkennen: keine extravaganten Experimente, sondern eine saisonale Küche, die sich durch eine elegante Einfachheit auszeichnet. Das Fleisch des Kraken ist schön schnittfest. Es ergänzt harmonisch die aromatischen Kirschtomaten und den würzigen Spargel. „Die Grundprodukte sind sehr wichtig. Wenn sie gut sind, müssen sie bei der Zubereitung nicht mehr stark verändert werden“, erklärt Heidsiek.

An der italienischen Küche schätzt er vor allem das Kochen mit wenigen Komponenten. „Ein Salat ist in Italien keine Beilage, sondern ein einzelner Gang, der mit seinen speziellen Geschmackskomponenten für sich steht“, so der 50-jährige Küchenchef und Pächter. Beim zweiten Gang, Ravioli mit Ziegenkäse, gegrillter Zucchini und Pesto, steht zunächst das Ziegenkäsearoma im Mittelpunkt. Die Füllung ist schön cremig, schmeckt kräftig, übertönt jedoch nicht den Geschmack der Ravioli. Die gegrillten Zucchinischeiben haben durch den Flüssigkeitsentzug einen stärkeren Eigengeschmack bekommen, halten sich zusammen mit dem Pesto dennoch dezent im Hintergrund.

Ganz anders der Fischgang, gebratener Lachs auf Blattspinat. Hier konbiniert die Küche einen Klassiker mit einer hellen Sauce aus Zitrusfrüchten, Basilikum und Butter. Mit dem leicht bitteren, fruchtig-säuerlichen Geschmack von rosa Grapefruit, Orange, Zitrone und Limette wird das Gericht raffiniert aufgepeppt.

Die nächste Steigerung lässt nicht auf sich warten: Spanferkelkottelets mit Feigensenfsauce und gebratenem Gemüse. Bei diesem Gang gilt die Aufmerksamkeit dem hellen, saftigen und zarten Fleisch, das zuvor zusammen mit einem Zweig Rosmarin und einer Knoblauchzehe in Olivenöl gebraten wurde. Die Feigensenfsauce verleiht dem Fleisch eine leicht süßliche Schärfe. „Einen Teil unseres Fleisches beziehen wir von einem Biobauer aus dem nahe gelegenen Erzgebirge“, sagt Restaurantleiter Sebastian Rölke. Dieser zerlege das Tier auch nach besonderen Wünschen des Kunden. So kommt es, dass die Villa Marie ihren Gästen ab und zu die berühmte Bistecca fiorentina „in stark limitierter Auflage“ anbieten kann.

„Für eine solche Delikatesse ist unsere Kundschaft bereit, ein paar Euro mehr zu zahlen“, so Rölke weiter. Wenn möglich, bezieht Heidsiek seine Ware gern von Produzenten aus der Region. Auch aus Italien kommen wöchentlich frische Lieferungen. Aber zurück zu unserem Menü, denn das Dessert macht seiner Rolle als krönender Abschluss alle Ehre: Holundergelee mit aufgeschlagener Mascarpone-Limettencreme.

Der angenehm blumig-mild schmeckende Holundergelee wird in Verbindung mit der gehaltvollen und süß-säuerlich zubereiteten Mascarponecreme besonders gut hervorgehoben. Alles in allem ein perfekt abgestimmtes Menü. Wohl gerade wegen seiner Schlichtheit werden uns die Besonderheiten der einzelnen Gänge noch lange in Erinnerung bleiben.

Die Weinkarte ist reichhaltig. Über 100 Flaschenweine stehen zur Auswahl, der Großteil davon kommt aus dem Piemont und der Toskana. Die Gewächse werden über die „Villetta“ eingekauft, dem zweiten Restaurant Heidsieks und dem zentralen Lager. Im gemütlichen Lokal im Dresdner Stadtteil Striesen kann man die Weine zum Mitnehmen kaufen oder zu einem Korkgeld von 10,00 Euro pro Flasche direkt vor Ort trinken. Spätestens hier ist die Arbeitsphilosophie Heidsieks bestens zu erkennen. „Ich lebe diese Küche, ich lebe diese Gastronomie, und ich möchte mich in meinen Lokalen wohl fühlen“, erklärt er.

Seine Rückkehr aus Italien vor 18 Jahren erfolgte nicht ganz freiwillig. „Ich wollte bleiben und mich dort selbständig machen“, sagt Heidsiek, der aus einer Gastronomen-Familien aus der Nähe von Minden stammt. Leider musste er feststellen, dass ein deutscher Koch in Italien keine italienische Küche anbieten kann. „Ich hätte mich dort nur mit deutscher Küche selbständig machen können, aber das wollte ich nicht“, erinnert er sich. Zurück in Deutschland ging er zunächst nach Heidelberg, wo er an der Hotelfachschule eine Zusatzausbildung zum Küchenmeister machte.

Die erste Begegnung mit der Villa Marie 1993 war Liebe auf den ersten Blick, der Einstieg eine „rein emotionale Entscheidung“. „Heute bewundere ich manchmal meinen Mut von damals“, so Heidsiek. Denn das Leben mit der Villa war bisher immer wieder von Schwierigkeiten gezeichnet. Die dramatischste Phase war 2002, als das Jahrhunderthochwasser die „alte Dame“ – wie er das Haus liebevoll nennt – in die Knie zwang. Ein Teil des Personals musste entlassen werden, der Rest arbeitete mit Verzicht auf das volle Gehalt am Wiederaufbau mit. Ein halbes Jahr später erstrahlte die Villa in neuem Glanz. Trotz oder vielleicht gerade wegen solcher Rückschläge fühlt sich der Ostwestfale mit der Villa Marie sehr eng verbunden.

Villa Marie
Fährgässchen 1
01309 Dresden
www.villa-marie.com

© Marlies Moser

Mittwoch, 30. September 2009

Viñales: Im Tal der Dinosaurier



„Kopfschmerzen haben wir hier jeden Tag. Das ist ganz normal“, erklärt mir lächelnd ein Führer des Stadtmuseums von Viñales. Ich verbringe gerade ein paar Tage in der Region Pinar del Río, im Südwesten Kubas, um die bizarre Landschaft kennen zu lernen und mich einigermaßen an Klima, Land und Leute zu gewöhnen. Dazu zählen also auch die ständigen Kopfschmerzen unter der karibischen Sonne. Hätte ich doch bloß eine Packung Schmerztabletten mitgebracht.

Da auf Kuba Medikamentenmangel herrscht, kann ich mir zumindest bei diesem Thema ein authentisches Bild vom Alltagsleben in diesem Land machen. Dies gelingt mir normalerweise nicht immer. Bis jetzt erscheint die Karibikinsel wie eine schöne Kulisse. Beim Spaziergang durch die Altstadt von Havanna dominiert der Glanz der vergangenen Jahrhunderte. Und hier in Viñales kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass vor knapp einem Jahr ein Hurrikan die Region verwüstet hat. Die meist sympathisch aussehenden Kubaner erwecken bei uns Touristen zunächst den Eindruck, dass es sich im kreolischen Sozialismus ganz gut leben lässt.

Viñales liegt im gleichnamigen Tal und ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge. Das Gebiet mit der fruchtbaren rostroten Erde wird neben dem Tourismus vor allem landwirtschaftlich genutzt. Hier wächst nicht nur der beste Tabak, sondern jede Menge Obst und Gemüse. Das eigentlich Faszinierende ist jedoch die surrealistisch anmutende Landschaft mit den so genannten Mogotes. Beim Anblick dieser höckerförmigen Berge bekomme ich das Gefühl, mich in einer ganz anderen Epoche zu befinden. Das Viñales-Tal wäre der ideale Drehort für Steven Spielbergs „Jurassic Park“ gewesen.

An der Bushaltestelle werde ich von der Schwiegertochter meiner Vermieterin Basita abgeholt, nach Hause gebracht und sofort mit Kaffee, selbst gemachter Limonade und einem Sandwich gestärkt. Nach den Formalitäten fragt mich Basita nach meinen Plänen und innerhalb von Sekunden organisiert sie einen Führer aus dem Bekanntenkreis für eine Wanderung am Nachmittag. Eigentlich wollte ich mich von der fünfstündigen Busfahrt erholen und erst einmal ankommen.

Meine Unterkunft liegt an der Hauptstraße von Viñales, der calle Salvador Cisneros. In den meisten anderen Kleinstädten dieser Welt würde diese Adresse Verkehrslärm und –gestank bedeuten - nicht so auf Kuba. Ein Auto ist hier ein absoluter Luxus und nur ganz wenigen Menschen vorbehalten. Die Leute gehen zu Fuß, benutzen ihr Fahrrad oder Pferd, um ans Ziel zu kommen. Außerdem wimmelt es in der Nachbarschaft nur so von Kindern.

Den Kleinen wird über das Viñales-Tal vorzugsweise folgende Legende erzählt: Vor langer Zeit waren die Mogotes Stützpfeiler einer riesengroßen Höhle. Eines Tages musste jedoch ein Dinosaurier plötzlich so heftig niesen, dass die Höhle zusammenbrach.

Und damit sind die Märchenerzähler nicht sehr weit von der Wahrheit entfernt: In der Jurazeit lag das Gebiet deutlich höher als jetzt. Unterirdische Flüsse wuschen den weichen Kalkstein aus. Es entstanden große Höhlen, die im Laufe der Zeit zum Teil einbrachen, bis auf die härteren Wände, den Mogotes.

Meine erste Wanderung im Viñales-Tal mache ich mit Carlos (Name geändert), einem Medizinstudent, der mich in der Mittagshitze zu einem befreundeten Tabakbauer bringen will, wo ich einen traditionellen Cocktail trinken und Zigarren kaufen könnte. Ich sage ihm zwar, dass ich bei dieser Hitze keine Lust auf Alkohol hätte und auch keine Zigarren kaufen wolle, stoße damit aber auf taube Ohren.

Der Weg dahin führt vorbei an Ananas-, Kartoffel- und Yukafeldern, Mangobäumen, abgeernteten Tabakfeldern und Bananenstauden. „Dieses Jahr haben wir kaum Bananen, da der Hurrikan letztes Jahr die meisten Stauden zerstört hat“, erklärt Carlos. Medienberichten zufolge haben die beiden Wirbelstürme „Gustav“ und „Ike“ 2008 insgesamt über ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche ruiniert und Schäden in Milliardenhöhe angerichtet.

Trotzdem müssen die Landwirte laut Carlos weiterhin 90 Prozent ihrer Tabakernte und 60 Prozent der restlichen Ernte zu einem festen Preis an den Staat abgeben. Über den Rest dürfen sie frei verfügen. Sehr beliebt sind die privaten Bauernmärkte, wo die Preise ganz kapitalistisch durch Nachfrage und Angebot bestimmt werden.

Carlos zeigt mir einige Höhlen, deren Kalkgestein sehr weich und porös ist. Dies ist offenbar ein guter Nährboden, denn Bäume haben durch das Gestein hindurch ihre Wurzeln geschlagen und geben zur rostroten Erde einen schönen Farbkontrast ab. Ich kann mich an den Mogotes nicht satt sehen und warte darauf, dass gleich ein paar Dinosaurier auftauchen. Aber weder Dinosaurier noch andere gefährliche Tiere kreuzen unseren Weg, was die Gegend noch attraktiver für Touristen macht.

In der Nähe eines Hauses dringt der Duft von gerösteten Kaffeebohnen in meine Nase - ein Geruch, der in Viñales immer wieder auftaucht, da hier auch Kaffeebohnen wachsen und gedeihen. Über uns drehen Truthahngeier ihre Runden. Ihre hässlichen roten Köpfe und der kräftige Schwung ihrer Flügel faszinieren mich.

Als ich mich zu Hause von meiner dreieinhalbstündigen Wanderung in der Mittagshitze erholen möchte, kündigt mir meine Vermieterin Besuch an. Es ist Salvador (Name geändert), von Beruf Masseur, der mir seine Dienste anbieten möchte. Da ich mir eine Massage auf Sonnenbrand nicht sehr gut vorstellen kann und ich Basitas Tatendrang ein wenig bremsen möchte, lehne ich dankend ab.

Die Menschen im Viñales-Tal sind mir in Havanna als die Ostfriesen Kubas beschrieben worden, sehr freundlich und naiv. „Aber in Wirklichkeit trifft man dort die geschäftstüchtigsten Leute“, so Iban, der als englisch- und türkischsprachiger Führer mehrmals pro Woche Touristen in den Ort begleitet. Offenbar hat er Recht. Ich gebe Basita zu verstehen, dass ich mich von nun an alleine organisieren möchte und gehe ins Zentrum von Viñales- zum Dorfplatz mit einer sehr hübschen, aber baufälligen Kirche im Kolonialstil.

Ganz in der Nähe haben die Reiseveranstalter Havanatur und Cubanacan ihre Büros, in denen Wanderungen zu Fuß oder Pferd, Fahrräder sowie Tagesausflüge zu den Stränden von María la Gorda, der Insel Cayo Levisa oder anderen Orten in der Gegend gebucht werden können. Wanderungen, zu einem etwas günstigeren Preis, bietet auch das Stadtmuseum an.

In Viñales selbst gibt es neben dem Stadtmuseum den privat geführten botanischen Garten „Casa de Caridad“ zu besichtigen, ein kleines Stück Paradies, das die charismatische Carmen nach dem Tod ihrer Schwester Caridad nun alleine hegt und pflegt. Das Nachtleben von Viñales spielt sich vor allem im Centro cultural Polo Montañez ab, gleich neben der Kirche. Fast jeder Abend beginnt dort mit einer Tanzshow und endet mit viel Salsa und Cocktails.

Meine fünf Tage in Viñales vergehen wie im Fluge, obwohl ich eigentlich gar nicht so viel unternommen habe: morgens ein paar Wanderungen oder kleine Radtouren, einen Tagesausflug nach Cayo Levisa und dazwischen ganz viel Siesta.

Am Tag vor meiner Abreise kommt es dann doch noch zu einer kleinen Auseinandersetzung mit meiner Vermieterin. Obwohl ich wusste, dass sie mir 5,00 CUC zu viel pro Übernachtung berechnet hatte, gebe ich ihr zum Schluss kleine Geschenke aus Deutschland und erkläre ihr, dass ich die von ihr vermittelte Unterkunft in Trinidad nicht aufsuchen werde, da ich erfahren habe, dass der allgemeine Übernachtungspreis in den Casas particulares derzeit 5,00 CUC niedriger sei. Zunächst streitet sie dies ab: „Das stimmt nicht, ich nehme keine Provision“. Als ich später beim Abendessen sitze, gibt sie mir den an sie zu viel bezahlten Betrag zurück. „Ich bin ein guter Mensch“, sagt sie und legt dabei ihre Hand aufs Herz. Dies ist wohl der Beginn meiner ganz besonderen Hass-Liebe zu den Kubanern.

© Marlies Moser

Sonntag, 30. August 2009

La fiesta de quince: Fototermin für die 15-Jährige


Bei meinem Streifzug durch die Altstadt Havannas entdecke ich am Rande der Plaza de San Francisco de Asis eine kleine Gruppe, die gegen die Widrigkeiten des Windes ankämpft:
Eine kubanische Schönheit trägt ein langes schwarzes Rüschchenkleid, vor ihr bemüht sich ein Stylist, den Kopfschmuck des Mädchens besser zu befestigen. Seine Assistentin reicht ihm die gewünschten Accessoires, und einige Meter weiter steht ein Fotograf, der auf seinen Einsatz wartet.


Bis auf die Farbe des Kleides passt diese Szene perfekt ins kubanische Leben. Es handelt sich hier um den 15. Geburtstag des Mädchens, der nicht nur auf Kuba, sondern auch in anderen Ländern Lateinamerikas ein großes gesellschaftliches Ereignis ist. Heute hat das Geburtstagskind offiziell seine Kindheit beendet.
Da dieser Ehrentag sehr kostspielig ist, gehen ihm jahrelange Planungen, fleißiges Sparen und das Suchen nach Sponsoren innerhalb der Familie voraus.


Die „Quinceañera“, die ich zu Gesicht bekommen habe, lässt sich wahrscheinlich noch an anderen schönen Orten in der kubanischen Hauptstadt fotografieren, jedoch immer wieder in einem anderen Kleid. Vielleicht wird sie in einem schönen Oldtimer-Cabriolet zu den verschiedenen Kulissen chauffiert.


Am Abend findet dann ein rauschendes Fest statt, zu dem die Quinceañera in einem weißen Brautkleid erscheinen dürfte. Sie wird den Jungen treffen, den sie für diesen Abend zum Tanzpartner auserkoren hat. Mit ihm und anderen Paaren wird sie in einer schönen Choreografie vor großem Publikum die zuvor in einem Tanzkurs einstudierten Tänze aufführen.


Zu den Höhepunkten zählt auch das Anschneiden einer rosaroten Torte - und natürlich der Tanz mit „papá“ sowie seine kleine Rede, bei der der bisher wichtigste Mann im Leben der 15-Jährigen vor Stolz und Rührung in Tränen ausbrechen wird.


„Die ‚fiesta de quince’ ist im Grunde genommen nichts anderes als der theatralische Startschuss für ein sexuell aktives Leben“, erklärt mir ein mexikanischer Freund. „Gerade auf Kuba dürfte dies ganz besonders gelten“, fügt er hinzu. Meine kubanische Freundin sieht das anders: „Es ist ein besonderer Geburtstag im Leben eines kubanischen Mädchens - nicht mehr und nicht weniger.“


Sie hatte sich gegen ein solches Fest entschieden und verbrachte dafür mit Schwester, Eltern und Großeltern zwei Wochen in einem schicken Hotel in der Nähe von Havanna. Vor gut 30 Jahren war dies noch möglich. Damals konnten Kubaner den Aufenthalt in einem Vier-Sterne-Hotel mit kubanischen Pesos bezahlen und brauchten nicht wie heute die Zweitwährung Peso cubano convertible (CUC).

Montag, 24. August 2009

Casa particular: die günstige und nette Übernachtungsmöglichkeit auf Kuba


Übernachten auf Kuba kann ganz schön teuer sein, zumindest für Hotelgäste. Zwar bieten die Devisenhotels westlichen Standard, aber auch die Preise unterscheiden sich nicht im Wesentlichen von 3- oder 4-Sterne-Häusern in Frankreich oder Italien. Wer nur über ein begrenztes Reisebudget verfügt und auch Kontakt zu Einheimischen sucht, sollte seinen Aufenthalt auf der Karibikinsel in Privatunterkünften, den „Casas particulares“, verbringen.


Seit 1997 gibt es ein Gesetz, das es Kubanern ermöglicht, maximal zwei Zimmer an Touristen zu vermieten. Der Staat verdient dabei natürlich auch mit: Bis zu 200 CUC – das sind in etwa 152 Euro - müssen die Vermieter pro Monat an Steuern zahlen, ganz egal, ob gerade Hoch- oder Nebensaison ist. Angesichts der Tatsache, dass das Monatseinkommen der meisten Kubaner umgerechnet zwischen 10,00 Euro und 30,00 Euro liegt, ist dies eine beträchtliche Summe.

Damit die Casas particulares den Hotels nicht das Geschäft verderben, lässt sich Vater Staat immer wieder neue Restriktionen einfallen, wie zum Beispiel die Vorschrift, dass nicht mehr als zwei Personen in einem Zimmer schlafen dürfen – für Familien nicht gerade praktisch.

Trotzdem scheint es sich für viele Kubaner zu lohnen. Die Häuser befinden sich in der Regel in einem besseren Zustand als der Durchschnitt, in den Küchen fehlen keine technischen Hilfsgeräte und viele Vermieter beschäftigen Frauen aus der Nachbarschaft oder dem Freundeskreis.

Zahlreich sind die Privatunterkünfte in den Städten wie Havanna, Cienfuegos, Trinidad oder Santiago. Offiziell verboten sind sie dagegen in Varadero, wo keine Konkurrenz zu den vielen Hotels geduldet wird. Ein staatlich lizenziertes Casa particular ist durch ein Schild mit einem blauen Anker zu erkennen.

Wer sich für diese Unterkunftsmöglichkeit interessiert, sollte einen möglichst aktuellen Reiseführer konsultieren oder sich bei anderen Individualreisenden erkundigen. Diese kennen auch den derzeitigen Preis, was eine gute Verhandlungsbasis ist. Sollte das empfohlene Quartier bereits belegt sein, werden die Gäste sofort an Verwandte, Freunde oder Nachbarn weitergereicht.


Empfehlungen von „hilfsbereiten“ Kubanern sind mit Vorsicht zu genießen. Diese netten Menschen lassen sich von den Vermietern mit einer Provision („comisión“) entlohnen, wodurch der Zimmerpreis in der Regel um 5,00 CUC höher wird - nicht einmalig, sondern pro Tag. Auch sind viele Vermieter daran interessiert, ihre Gäste an Kollegen („amigas“) im nächsten Zielort zu vermitteln, was auch wieder mit versteckten Extrakosten in Höhe von 5,00 CUC pro Tag zu Buche schlagen kann. Wer auf diesen mehr oder weniger erzwungenen Beitrag zur kubanischen Entwicklungshilfe keine Lust hat, sollte sich auf eigene Faust um das Zimmer kümmern. In der Nebensaison ist dies sehr einfach, denn an der Bushaltestelle werden die Touristen mit Angeboten überhäuft.

Folgende Privatquartiere habe ich auf meiner Rundreise Viñales-Trinidad-Cienfuegos besucht:



Villa Basita
Carretera al Cementerio #40
Viñales, Pinar del Rio, Cuba
Tel: 793279 und 52298223


Das Zimmer verfügt über zwei große Betten und ist mit einer Klimaanlage sowie einem Kühlschrank ausgestattet. Basita, die Vermieterin, ist eine temperamentvolle Dame Anfang 60, die immer beschäftigt ist hat. Wenn der Gast das Haus betritt, bietet sie ihm sofort einen Kaffee an. In ihrem früheren beruflichen Leben war sie Grundschullehrerin und verfügt somit über ein großes Netzwerk, das sie mit kleinen Jobs versorgt. Ihre Gäste überhäuft sie daher mit allen möglichen Dienstleistungsangeboten.

Sehr empfehlenswert ist das Essen, denn Basita ist eine begnadete Köchin. Morgens beim Frühstück (3,00 CUC) fragt sie nach den Wünschen für das Abendessen und zur vereinbarten Zeit zaubert sie für 7,00 CUC ein üppiges 3-Gänge-Menü auf den Tisch. Das
Zimmer kostete in der Nebensaison (Mai) 15,00 CUC.


Hostal „Emiliana y Martín“
Frank País #559 e/Piro Guinart y Pablo P. Girón
Trinidad.S.S.Cuba
Tel.: 53(41)-992551
Mobilfunk: +53 52474200
E-Mail:edezulueta@yahoo.es

Das Zimmer ist kleiner und dunkler als das bei Basita, ist aber mit dem üblichen Standard ausgestattet: Klimaanlage, Kühlschrank mit Mineralwasser, Cola und Bier. Auch hier hat der Gast sein eigenes Bad. Das Besondere an dieser Unterkunft ist der Stil: ein originalgetreues Haus am Rande der Altstadt von Trinidad mit einem schönen Patio. Die Vermieter Martín und Emiliana sind Lehrer im Ruhestand. Ihre freundliche und gleichzeitig unaufdringliche Art war für mich eine wahre Wohltat nach der etwas zu geschäftstüchtigen Basita in Viñales. Der Zimmerpreis betrug in der Nebensaison (Mai) 15,00 CUC, das Frühstück kostete 3,00 CUC und das Abendessen 7,00 CUC.




María Nuñez Suárez
Av. 58, 3705 altos e/37 y 39
Cienfuegos – Cuba C.P. 55100
Tel.: (053-43) 517867

Die Wohnung liegt im ersten Stock eines Hauses aus den 1950er Jahren. In einem französischen Reiseführer wird es als eine der besten Adressen im Zentrum von Cienfuegos ausgewiesen und beherbergt daher vor allem französische Gäste. Die beiden Zimmer sind sehr sauber und haben eigene Badezimmer. Der zentrale Ort ist jedoch die Terrasse, auf der die Gäste essen und mit ihren Zimmernachbarn Reiseerfahrungen austauschen. Maria ist eine sehr freundliche ältere Dame. Sollten ihre Zimmer bereits belegt sein, organisiert sie gerne eine andere Unterkunft. Das Zimmer kostete im Mai 15,00 CUC, das üppige Frühstück 4,00 CUC und das Abendessen 7,00 CUC.

© Marlies Moser

Mittwoch, 12. August 2009

Kuba: Fidel - der Übervater


Fidel Castro - Kubas Übervater - wird am 13. August ein Jahr älter. Zwar hat er schon seit einiger Zeit dem öffentlichen Leben den Rücken gekehrt und auch sein Privatleben ist ein streng gehütetes Staatsgeheimnis. Doch auf den Straßen Havannas ist Genosse Fidel - wie der einstige Máximo Lider nun liebevoll genannt wird - immer noch allgegenwärtig.


Sei es in Form eines Posters mit dem Konterfei des charismatischen alten Herrn in grüner Militäruniform



oder mit einem Slogan auf einer Mauer.

Der kubanische Staat ist bemüht, seine Bürger immer wieder an die "gute alte Zeit" zu erinnern.



Der Überlebenskampf im Land des Mangels und die Hoffnungslosigkeit der Kubaner, denen ich im Mai jenseits der bunten Touristenwelt begegnet bin, wird totgeschwiegen.

Der Grund dafür ist ganz einfach:



"Ohne Propaganda gibt es keine Massenbewegung" lautet die sozialistische Devise.

Fidel Castro soll in seinen nun 83 Jahren insgesamt 634 Attentate überlebt haben. Aber was wird geschehen, wenn der Unsterbliche nun doch einmal das Zeitliche segnet?